Den Drehknopf in Worte fassen

Artikel aus Medizin & Technik 10/2008

Das Erstellen von Gebrauchsanweisungen hat ein Medizingerätehersteller an einen externen Spezialisten ausgelagert. Eine langfristige Partnerschaft war das Ziel.

Auf seine Hightech-Instrumente wie Laser oder Elektrochirurgiegeräte muss sich der Chirurg verlassen können. Sie müssen einwandfrei und zuverlässig funktionieren. Doch damit allein ist es nicht getan. Bevor die Hand zum Laser greift, braucht der Arzt eine präzise und leserfreundliche Gebrauchsanweisung.

Die Gebrüder Martin GmbH & Co. KG in Tuttlingen, ein Hersteller von Geräten für die Elektromedizin und Laserchirurgie, vertraut beim Erstellen der Gebrauchsanweisungen für seine hochwertigen Produkte auf einen qualifizierten und erfahrenen Spezialisten für Technische Dokumentationen. Seit 2003 übernimmt diese Aufgabe die Syskon Systemlösungen GmbH aus Konstanz. Bei der Auswahl des Dienstleisters legte das Medizintechnik-Unternehmen Wert auf regionale Nähe, Erfahrungen in diesem Industriebereich und darauf, dass eine kontinuierliche Betreuung durch einen Spezialisten gewährleistet ist.

„Neben den bei SysKon vorhandenen medizintechnischen Kenntnissen hat sich auch die regionale Nähe bewährt”, sagt Heinrich Herrmann, Leiter des Marketing-Service bei Gebrüder Martin. Persönlicher Kontakt sei wichtig, denn das Erstellen der Gebrauchsanweisungen laufe oft über Monate. „Da kann man nicht alles per Telefon und E-Mail regeln.”

Wie komplex die Dokumente sind, zeigt der Blick ins Detail: So umfassen die Gebrauchsanweisungen für Laser, Elektrochirurgiegeräte und Operationsleuchten für eine Sprache 50 Seiten und mehr – bis hin zum bislang umfangreichsten Dokument von 170 Seiten. In Zusammenarbeit mit dem Übersetzer der Tuttlinger werden die Dokumente in bis zu fünf Sprachen erstellt. Da die Produkte am Menschen eingesetzt werden, sind die Anforderungen besonders hoch. So steht an erster Stelle, dass der künftige Anwender die Anleitung genau versteht und die Geräte sicher bedienen kann – was auch bei der Zulassung geprüft wird. Da die Geräte fortlaufend optimiert und um neue Funktionen erweitert werden, müssen neue oder ergänzte Versionen der Gebrauchsanweisungen erstellt werden. So kommt es auch häufig vor, dass der Einsatzbereich der Geräte für die Elektromedizin auf Stromarten erweitert wird, die am Anfang noch nicht vorgesehen waren. Ein aktuelles Beispiel bietet die Gebrauchsanweisung für einen neu entwickelten Laser, der über eine Software gesteuert und vom Anwender mit einem Drehknopf so einfach wie ein Autoradio bedient wird. Der Arzt legt beispielsweise Stärke und Dauer der Laserimpulse fest, kontrolliert die gewünschten Einstellungen am Bildschirm und speichert sie als Programm ab – von der Entfernung einer Warze bis zur Behandlung von Krampfadern. Später steht dann das jeweilige „Warzenprogramm” für den nächsten Patienten je nach Anforderung zur Verfügung.

„Heute steht für uns fest, dass wir anstreben, unsere Zusammenarbeit dauerhaft fortzusetzen”, sagt Marketingleiter Herrmann. Nur durch Kontinuität könnten gegenseitiges Vertrauen und Wissen wachsen. Das bringe mehr Vorteile, als wenn man nur den finanziellen Aspekt in den Vordergrund stelle und immer den jeweils günstigsten Anbieter nehme. „In diesem Sinne freuen wir uns auf künftige, gemeinsame Projekte”, resümiert Herrmann.

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